Wohnprojekt „Fallschirm“

Wohnprojekt „Fallschirm“


Kontakt


Knorrstraße 12, 04319 Leipzig
Teamleiterin: Stefanie Feike
Tel. Gruppe 1: +49 341 4291613
Tel. Gruppe 2: +49 341 4112127
Fax: +49 341 4129504
E-Mail: wohnprojekt-fallschirm@t-online.de

Anbindung der öffentliche Verkehrsmittel


Straßenbahn: Linien 3E, 7, Haltestelle Sommerfeld
Bus: Linie 72, Haltestelle Ernst-Guhr-Straße
Linien 73, 90, Haltestelle Sommerfeld
S-Bahn: S1, S-Bahnhof Engelsdorf

Spezifik


  • Intensivpädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf nach §§ 34, 35a und 41 SGB VIII
  • 2 Gruppen mit je 7 Plätzen (inklusive 2 Plätze gesonderter Verselbstständigung im Außenwohnbereich)
  • speziell ausgerichtet auf die Schnittstelle Jugendhilfe – Kinder- und Jugendpsychiatrie, traumapädagogische und heilpädagogische Methodik, soziales Kompetenztraining und Erlebnispädagogik

Konzeptionelle Ausrichtung


Das Wohnprojekt „Fallschirm“ ist ein klassisches Alternativangebot zur Vermeidung geschlossener Unterbringungsformen in der Jugendhilfe. Die intensiv-pädagogische Wohngruppe ist der Beitrag des Verbundes Kommunaler Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Leipzig (VKKJ) sich praxis- und beziehungsorientiert der Betreuung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Hilfebedarf zu stellen. Dies beinhaltet neben den Betreuungsleistungen einer stationären Wohngruppe im eigentlichen Sinn, über ein hohes Maß an Beziehungsarbeit auch selbstwertfördernde Kompetenzen zu entwickeln bzw. zu fördern, die über verschiedene Lern- und Beschäftigungsmodule angeboten werden.
 
Über die Vermittlung der „Sinnhaftigkeit eigenen Handelns“ und dem nachvollziehbaren Ergebnis (Erfolgsbetrachtung) erkennen die Jugendlichen durch geschaffene Positivverstärker (Erkenntniszuwachs) eine (für sie oft neue) Rolle und Wertschätzung ihrer Person.
 
Unser Ziel besteht darin, den Jugendlichen zur eigenen Handlungsfähigkeit in einem gesellschaftlich akzeptierten Rahmen zu verhelfen und somit lang anhaltend die Hypothek oder selbst angenommene Rolle des „Problemjugendlichen“ oder „Straftäters“ abzubauen. Wir unterstützen die Fähigkeit zur Eigensteuerung und trainieren diese.
 
Positives Feedback auf angemessenes Verhalten wirkt selbstwerterhöhend und -stabilisierend und unterstützt eine positive Lebensperspektive. Die Familie wird immer wertschätzend in den Hilfeverlauf integriert und deren Partizipation gefördert.
 
Eine Rückkehr in die Familie wird angestrebt. Ist diese Perspektive nicht möglich, werden die Jugendlichen zum Aufbau eines eigenen Lebensfeldes (Verselbständigung) vorbereitet.
 
Die Zielgruppe für das Leistungsangebot sind Kinder und Jugendliche im Alter von 12 – 18 Jahren und junge Volljährige mit multiplen Problemlagen und somit mit einer Anbindung an mehrere institutionelle Helfersysteme. Die Betreuung und Förderung erfolgt intensivpädagogisch.
 
Für die Kinder und Jugendlichen werden Rahmenbedingungen eröffnet, die sowohl eine hohe Betreuungsdichte als auch entsprechende Krisenkonzepte beinhalten. Strukturell wird dies u. a. folgendermaßen ermöglicht:

  • Absicherung erhöhter Doppelbetreuungszeiten von bis zu 9 Stunden täglich, Doppelbesetzung im Haus, auch zu den Nachtzeiten,
  • Kriseninterventions- und Deeskalationskonzepte und Notfallpläne,
  • In der Betreuung der 2 Wohngruppen wird der Fokus auf eine engmaschige Struktur und eine intensive Beziehungsarbeit gelegt, verbunden mit Beschäftigungs- und Entwicklungselementen.

Wir schaffen verbindliche Orientierungspunkte für die Kinder und Jugendlichen der beiden Wohngruppen, die bei uns leben. Zudem bieten wir Sicherheit, Zuverlässigkeit und Kontinuität, um tragfähige Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Ziel dabei ist es, die Kinder und Jugendlichen zu stabilisieren, die vorhandenen Ressourcen in den Herkunftsfamilien hervorzuheben und zu fördern. Ebenso unterstützen wir die Kinder und Jugendlichen wertschätzend dabei, ihre eigene Lebensgeschichte anzuerkennen, sich damit auseinander zu setzen und in den Alltag zu integrieren. In beiden Wohngruppen arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter phasenorientiert an der Verselbständigung der Kinder und Jugendlichen.
 
Des Weiteren bietet der angegliederte Außenwohnbereich Jugendlichen die Möglichkeit, in der letzten Phase der Verselbständigung das eigenständige Wohnen zu erproben.
 
Neben der Schule und Ausbildung übernehmen die Kinder und Jugendlichen zwei mal in der Woche Aufgaben, bei denen sie mit Hilfestellung lernen, bestimmte Tätigkeiten im Haushalt zu erledigen. Zudem werden, abgestimmt auf die jeweiligen Interessen und Ressourcen, unterschiedliche Gruppenaktivitäten angeboten. Darüber hinaus finden in regelmäßigen Wiederholungen Soziales Lernen, Projektarbeit und Erlebnissport statt. Dabei werden mit den Kindern und Jugendlichen theoretisch sowie praktisch soziale Kompetenzen geübt, lebenspraktische Fähigkeiten trainiert und Erfahrungsmomente sowie Erlebnisraum geschaffen. Diese positiven Erlebnisse sollen sich tief einprägen und lange nachwirken, um so Lernprozesse, insbesondere in der Entwicklung von Verhalten, Denken und Fühlen, in Gang zu setzen.