Verbund Kommunaler
Kinder- und Jugendhilfe
Eigenbetrieb der Stadt Leipzig
     

VKKJ / Intensiv- Pädagogische Wohngruppe Knorrstraße/ "Fallschirm"
Foto bitte anklicken! Hier finden Sie alle Fotos auf einen Blick

Sitz: Knorrstraße 12, 04319 Leipzig
Ansprechpartner: Frau Sailer
Telefon: 0341/ 4 11 21 27
  0341/ 4 29 16 13
Fax: 0341/4 12 95 04
Mail: wohnprojekt-fallschirm-tl@t-online.de

"Die Freude und das Lächeln der Kinder sind der Sommer des Lebens"
(Jean Paul)


Das Wohnprojekt Fallschirm wurde im April 2010 eröffnet und ist aus dem Bedarf nach einem intensiven Betreuungssetting für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf konzipiert worden...
Durch das Angebot hat sich aus interessierten und talentierten Kindern und Jugendlichen ein Jonglage-Zirkus etabliert. Mehrfach wöchentlich treffen sich die Kinder und Jugendlichen, um gemeinsam mit Devil Sticks, Feuerfächern und Diablos zu üben und neue Kunststücke zu lernen.

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Flyer downloaden (1,85 MB)
Flyer WG Knorrstrasse

"Respect the Kids
Liebe hat mehr Buchstaben als Hass!
Weil sie es verdient!


Eine Filmproduktion von und mit den Mitarbeitern und Jugendlichen des Wohnprojektes Fallschirm zum Thema Gewaltfreie Erziehung. Während die Jugendlichen auf ihre Bedürfnisse hin beleuchtet werden, positionieren sich die Mitarbeiter in ihrer Berufsrolle zu einer Erziehung ohne Gewalt.

... zum Film
respect the kids

1. Grundleistungsangebote

intensiv- pädag. stationäres Angebot nach § 34, 35a, 41 SGB VIII
Ausgerichtet auf die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen mit komplexem Hilfebedarf intensiv- pädagogisches Angebot mit folgender modularer Untersetzung:
  • keine Schließzeiten
  • Rund- um- die- Uhr Verfügbarkeit vor Ort von pädagogischen Fachkräften durch hohen Personalschlüssel
  • nachts Doppelbesetzung im Haus
  • klar definiertes Bezugsbetreuersystem
  • Aufsicht und Betreuung rund- um- die- Uhr methodische Vielfalt ist die Grundlage für ein adäquates Interagieren mit Kindern/ Jugendlichen dieser Zielgruppe, trägt dem Integrationsansatz Rechnung und erfordert eine 24 - stündige Anwesenheit von pädagogischen Fachkräften
  • Kriseninterventionsleistungen oder betreuungsintensive Leistungen mit 2 pädagogischen Fachkräften
  • Alltagsgestaltung/ Gruppenrunden mit allen Kindern/ Jugendlichen zur Abklärung aktueller Anliegen und Planung gemeinsamer Aktivitäten/ individuelle Wochenplanung mit jedem einzelnen Kind/ Jugendlichen (entsprechend des Alters und der Selbstständigkeit, Einübung lebenspraktischer Fertigkeiten (Wäschepflege, Umgang mit Geld, Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln, einfache Reparaturen/ individuelle Zuwendung der pädagogischen Fachkraft täglich am Abend 10 Minuten für jedes Kind/ Jugendlichen, um einen positiven Tagesausklang zu befördern
  • Eltern- und Familienarbeit/ auf bestehende Spannungen und Konflikte zwischen den Kindern/ Jugendlichen und ihren Eltern deeskalierend einwirken, sie mindern oder ganz abbauen; ► Win-Win- Operationalisierung, Erarbeiten von alternativen Handlungsoptionen/ Übernahme einer Vermittler- oder Beraterrolle der ErzieherInnen bei der Beziehungsgestaltung zwischen Eltern und ihrem Kind/ Jugendlichen, gemeinsame Suche nach Kompromissen sowie akzeptablen und realisierbaren Lösungswegen/ Stärkung und Förderung der Erziehungsfähigkeit der Eltern, der Handlungskompetenz sowie Stärkung der Eltern in ihrer Verantwortung für ihr Kind/ Jugendlichen/ Informationen über die Lebenssituation des Kindes/Jugendlichen (Schule, Lehrer, Gesundheitszustand, Wünsche, Perspektive)
  • Biografiearbeit/ Beförderung der Selbsterkenntnis bei Kindern, Jugendlichen und deren Eltern/ familienbegleitende Hilfeleistungen zur schnelleren Reintegration des Kindes/Jugendlichen in die Herkunftsfamilie/ unterstützende Förderung und Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Kompetenzen der Kinder, Jugendlichen sowie deren Familien
  • Intensive schulische Förderung/ Die Hilfeangebote bei Schulverweigerung sind in den einzelnen Varianten individuell zu betrachten, da die unterschiedlichen Formen von Schulverweigerung auch unterschiedliche Methoden erfordern:

    Variante 1 (latente Schulunlust):
    • vorrangig Motivation zur Schule, auch unter Sanktionskontext, z.B.: "methodenreiches" morgendliches Wecken etc.
    • Begleitung in die Schule bis ins Klassenzimmer, wenn nötig Hospitation im unterricht

    Variante 2 (Schulverweigerung/ Eckstundenschwänzen):
    • Methodenabgleich mit weiterführenden Parametern (z.B.: Bildungshintergrund der Familie/ damit verbundene Loyalitäten des Kindes, etc.) ► analytische Befragung
    • umfassende Schuldiagnostik, Bildungs- und Intelligenzstand in Kooperation mit den entsprechenden Fachdiensten (z.B.: SPZ, Frühförderzentrum, niedergelassenen Psychologen etc.) sowie Ursachenforschung, Gründe und Motive für Schulverweigerung ermitteln
    • Kriseninterventionsmodelle, z.B.: eine Reduzierung des Stundenumfangs, Versetzung in eine andere Klasse, Schulwechsel, kurzzeitige Herausnahme bei Aufgabenerfüllung usw.

    Variante 3 (massiv- fortlaufende Schulverweigerung, Suspendierung):
    • Unterbringung in einem externen alternativen Schulprojekt ("Zukunftswerkstatt e.V. "TAKE OFF", "Netz kleiner Werkstätten", "Youth Start")
    • wenn dies kurzfristig nicht realisierbar ist, erfolgen konkrete, angeleitete Aufgabenerledigungen in der Wohngruppe erfolgt immer unter der Zielstellung der schnellen Reintegration in Schule/ Berufsschule zur Überbrückung von schulischen Leerlaufphasen (durch Suspendierungen, verzögerte Aufnahme in einer Schule nach dem Einzug in die Wohngruppe etc.) findet vormittags eine lehrplanorientierte Aufgabenerledigung statt
    • übergreifende schulische Maßnahmen/ Förderung der Arbeitshaltung und Motivation, z.B. durch strukturierte Begleitung des Kindes/ Jugendlichen bei der Erledigung der Hausaufgaben, Förderung willentlicher Qualitäten/ die Realisierung einzelfallbezogener Fördermaßnahmen in verschiedenen Bereichen (Bsp.: Ausdauer, Konzentration, Wahrnehmung, Sprache) wenn möglich auch unter Beteiligung/ Information der Eltern/ Familien/ Unterstützung und Förderung bei schulischen Aufgaben, Vermittlung von Techniken des Lernens mit dem Ziel der Motivation und effektivem Umgang mit Zeit
    • Heilpädagogik/ Motopädagogik: Heilpädagogische Spieltherapie (Einzelsetting, Kleingruppe)/ Legasthenie-/ Dyskalkulieintervention (Einzelsetting)/ Heilpädagogische übungsbehandlung (Kleingruppe)/ Psychomotorische Förderung (Einzelsetting)/ Heilpädagogisch orientierte Sprachförderung - Sprachanbahnung (Einzelsetting)/ Rhythmik / Musik (Kleingruppe)/ Entspannungsübungen (Einzelsetting, Kleingruppe)
    • Projektarbeit/ Unternehmungen auf Grundlage von Bedarfsanalysen/ Befragungen der Kinder/ Jugendlichen/ künstlerische Angebote/ gestalterische Angebote/ kleinschrittige, für die Kinder./ Jugendlichen nachvollziehbare Ziele / zeitnahe Erfolgsvermittlung/ Lob/ Anerkennung gegenüber den Kindern/ Jugendlichen/ Förderung des Muts zur eigenen Entscheidungsfindung ► "Modelle des Ausprobierens", auch Risikobetrachtung von Beginn an, Erfahrungen zulassen, aber auch Rollenumkehr oder Spiegelung/ Vermittlung, dass Negativerlebnisse einen positiven Erfahrungswert für zukünftiges Handeln beinhalten ► positives Konnotionieren (umdeuten), ursache- Folge- Vermittlung, Erarbeiten von Vermeidungsstrategien/ Förderung von Ausdauer, willentlicher Qualitäten und Konzentration/ gemeinsames Tun und Wirken mit gemeinsamer Zielstellung / Stärken jedes einzelnen Mitwirkenden erleben/ Förderung emotionaler und kognitiver Bereiche in spielerisch- praktischer Form Schulung, Kräfte sinnvoll einsetzen, Bewegungen beherrschen und sich konzentrieren
    • Soziales Lernen: übereinander lernen: sich kennen lernen, Angst voreinander verlieren, Aufbau von vertrauensvollen Beziehungen - soziales Kompetenztraining, Entschlüsselung von Signalen auf der Ausdrucks- und Kompetenzebene/ voneinander lernen: eigene Fähigkeiten kennen lernen, Fähigkeiten der anderen sehen und akzeptieren - Kooperations- und Rollenspiele, Verbesserung der Konzentration/ Ausdauer/ miteinander lernen: Teamarbeit auf der Grundlage demokratischer Beziehungen/ die Förderung der sozialen Kompetenz, Reduzierung individueller Versagensängste oder Ohnmachtsgefühle, Verbesserung Stimmeinsatz, Notfallrhetorik, Gewaltprävention- "Stop- Methoden", paradoxe Intervention, mediative Techniken/ die Entwicklung der Gruppe selbst als Gesamtkonstrukt eines gleichen gemeinsamen Nenners/ Zieles/ Akzeptanz, Partizipation, Kommunikations-, Konflikt und Entscheidungsfähigkeit fördern/ Verantwortung für sich selbst und andere übernehmen/ Körpersprache/ nonverbale Kommunikation vergegenständlichen und nutzen/ Schulung der konstruktiven verbalen Selbstbehauptung/ Atemübungen/ Aufwärmspiele/ Phantasiereisen/ Spiele im situativen Handeln/ Metapherarbeit
    • Sport/ Körperwahrnehmung: Erfahrungswerte über individuelle Stärken/ Schwächen zu erspüren/ Grenzen zu erfahren/ den eigenen Körper positiv wahrzunehmen/ Gruppenaufgaben/ Überlebenstechniken gemeinsam zu erschließen/ sich als Bestandteil einer Gruppe zu fühlen und nicht, auf sein Problem reduziertes Individuum sowie Emotionen, Wut, Trauer, Aggressionen zu kanalisieren und zielgerichtet positiv lenken/ im Gruppensetting können die Maßnahmen flexibel über verlängerte Wochenenden bzw. Ferienaktivitäten geplant werden
    • Verselbständigung (eigener abgetrennter Bereich mit Küche, Bad und eigenem Zugang): Zulassen relativer Eigenständigkeit der Jugendlichen, auch losgelöst von eventuellen eigenen Vorstellungen der Umsetzbarkeit eigenständiger Lebensentwürfe/ dezente annehmende und erklärende Kontrolle mit klar definierten Auswertungsmechanismen/ selbständige Verwaltung und Planung des Verpflegungsgeldes (Auszahlung einzelfallorientiert gestaffelt bis 1mal monatlich)/ "Selbstevaluationsbogen" des ASD zur Nutzung Selbst-/ Fremdwahrnehmung auch kleinschrittig/ Führung eines Haushaltsbuches, zielgerichteter Förderplan als Bestandteil des Arbeitskonzeptes (Abgleich Verselbständigungsprofil ASD/ Vormund)/ selbständige Planung und Erledigung hauswirtschaftlicher Pflichten / BetreuerIn hat eher Beobachtunsfunktion und steht dem Jugendlichen beratend zur Seite (Fehlerlernen etc.)/ selbständiger Bekleidungseinkauf/ Wohnraumsuche/ Übergangsangebote vom Verselbständigungsbereich in den eigenen Wohnraum/ eigener Briefkasten, eigener Schlüssel (einzelfallabhängig in Absprache ASD/ Vormund)/ Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen, Vorbereitung von Ämter- und Behördenwegen, auch ohne Begleitung sowie Stärkung der persönlichen Kompetenz in Vorbereitung auf das Leben im eigenen Wohnraum
    • Individuelle Arbeit: individuelle Arbeit findet immer nur nach Absprache mit dem Kind/ Jugendlichen statt/ Partizipationsgedanke hat Vorrang,/ je nach Einzelfall erfolgt die Leistung inhaltlich zielgerichtet geplant oder auch flexibel in der Thematik/ das Kind/ der Jugendliche hat dabei die Wahl bezüglich des ihm begleitenden Mitarbeiter. Thematisch stehen Inhalte des WG- Alltags im Blickpunkt, Themen aus der Lebenswelt der Kinder/ Jugendlichen und aktuelle Belange. Arbeit erfolgt gemäß Zielstellungen im Arbeitskonzept / Angebote können u.a. sein: Bildungsarbeit, Umwelterfahrungen, thematische Arbeit, aktuelle Belange, Anleitung zur sinnvollen Freizeitplanung, Suche/ Begleitung Sport- und Kreativangebote, Aktivitäten, wie Kino, Eislaufen oder "Shoppen" (zu Vermittlung der notwendigen Beziehungskomponente)
    • Leistungen für u.m.F.: zur Verfügung stellen multimedialer Mittel (vor allem Internet), um Unterstützung bei der Suche nach Verwandten zu ermöglichen, Informationen Herkunftsland etc./ Trauerarbeit zur Bearbeitung der Verluste/ soz. Bezüge (Familie, Heimat) unterlegt mit Ritualen zur begleiteten Verabschiedung/ Landes- und kultur-spezifische Reflexionsgespräche
    • effektive Vernetzung zu JGH, Vormündern (JA/ FairBund), Flüchtlingsverbänden, Ausländerbeauftragten, Selbsthilfegruppen etc./ Förderung multikultureller Festlichkeiten und Mahlzeiten in der Gesamtgruppe/ Umsetzung religiöser Feiertage oder Fastenzeiten (Ramadan) in die Planung des Tagesablaufes (auch Gebetszeiten etc.)/ fortlaufende Bildung über Krisengebiete und politische Hintergründe ethnische Minderheiten etc./ Vermittlung der Neugier für die deutsche Sprache/ Förderung dieser auch durch Ergänzung in Absprache Schule, Regel: Gespräche der Migranten untereinander in der WG erfolgen in deutscher Sprache, wenn FK oder andere Kinder/ Jugendliche anwesend/ Förderung der Kontaktaufnahme zu in Deutschland lebenden Landsleuten/ Reflexionsgespräche mit der Möglichkeit über landesspezifische Themenschwerpunkte zu sprechen, jedoch keine politische Bildungsarbeit
    • Netzwerkarbeit: einzelfallorientierte, bedarfsgerechte Kooperation mit Schulen/ Bildungsträgern,/ Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie (PKH und Universität Leipzig sowie niedergelassenen KJPsych.)/ Nutzung/ Beachtung Kooperationsvereinbarung JA- KJPP.,/ Kooperation mit der Bildungsagentur, Kammern und ARGE zur Umsetzung einzelfallbezogener Hilfekonstrukte zur Absicherung der Schul-/ Berufsschulpflicht/ Kooperation mit Schulverweigererprojekten/ Kooperation/ Vernetzung zu Beratungsstellen (Schulden/ Sucht/ psychologische Leistungen) und nach § 13 SGBVIII (Jugendberufshilfe)/ in Kontext der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ist die Zusammenarbeit mit Institutionen und Vereinen, wie z. B. Flüchtlingsrat e.V., Beratungsstellen, Ausländerbehörde der Stadt Leipzig, "FAIRbund e.V." usw./ Kooperation mit Justiz (Staatsanwaltschaft, Jugendrichtern, Sozialer Dienst der Justiz, Diversionsmaßnahmen etc.) unter Beauftragung durch die JGH / Aufgaben- und Rollenabgleich/ Festlegung der Koordination im Einzelfall
    • Krisenintervention: Begleitung durch Einzelgespräche, Rollenspiele, Gruppengespräche, umdeuten, Rollentausch,/ Nutzung fallbezogener Supervisionsanteile, Fallcoaching, fachdienstübergreifende Helferkonferenzen (Steuerung/ Verantwortung ASD), Erkennen von Krisen und Ableitung eigenständiger Problemlösungsstrategien durch Vermitteln/ Vorleben/ Benennung von Ich- Zuständen etc., Krise als Chance/ Ressourcennutzung durch Einbezug der Eltern/ Vormünder in Absprache ASD/ JGH/ Entwicklung von Beziehungskontinuität unter Einbezug des sozialen Umfeldes durch stufenweisen Kontaktauf- und ausbau/ kleinschrittige, für die Kinder/ Jugendlichen nachvollziehbare Ziele / gesprächsorientierte Identifikation, z.B.: "Was empfinde ich, was mir gut tut- mir aber eigentlich schadet.")
    • Berichtswesen/ Dokumentation: klientenbezogene Aktenführung mit lückenloser Dokumentation, Netzwerkarbeit, Gesundheitssorge, Kontakte mit anderen Fachdiensten etc./ monatliche Leistungsdokumentation/ Hilfeplanbericht mit aktuellen Genogramm (incl. Beziehungsstrukturen), unabhängig davon ob angefordert oder nicht (keine separate Rechnungslegung)/ fortlaufende Hilfeplanberichte zur Fortschreibung HP/ AK unter Einbezug der definierten Ziele (Verhaltensbeobachtung, Förderungskomponenten, schulische Entwicklung, Interaktion in der Gruppe/ soziales Umfeld etc.) im Rahmen der Grundleistung/ sofortige Information bei sich verändernder Fallsituation / Dokumentation Schutz des Kindeswohls
    • Trauerarbeit/ Kanalisierung der Wut und Trauer bezüglich des Ausscheidens aus dem Familiensystems, des Alleinseins, des Fehlens eines oder beider Elternteile ► Briefe an die " Verlustperson", Raum eröffnen für Wutrituale (Schreien, Boxen, Gewalt, Zerstörung...)/ Umgang mit Schuld, Enttäuschung, Hass, Liebe, Verzweiflung, etc. ► entlastende Gesprächsführung, Metapher anwenden, Kommunikation Metaebene, Bilder, "eine Fabel/ Geschichte meiner Familie"/ ritualisierte Verabschiedung, das heißt u.a. bewusstes Erinnern an schöne wie schwierige Zeiten, Auseinandersetzen mit den Erinnerungen ► Speichern der schönen Momente (Schatzkastchen, Collage, Flaschenpost) Aussöhnen mit den bestandenen Schwierigkeiten/ Begreifen und späteres Akzeptieren der aktuellen Situation/ Entwicklung eines eigenen Lebensplanes unabhängig der familiären Situation ► Ergründung über "Wunsch-/ Wunder-/ Perspektivfragen", Realismusabgleich, Selbstwertdefinitio
    • klar definierte Wochenplanung
    • Handlungskonzept bei Abgängigkeit und Krisenintervention
    • definierte Arbeitsprinzipien, und Leitauffassungen/ Grundsätze der pädagogischen Arbeit

11.46 VzÄ (zusätzlich 0,4 VzÄ Teamleiteranteil) mit Qualifikationen:
  • staatlich anerkannte/r Diplom SozialarbeiterIn/ SozialpädagogIn oder vergleichbarer Bachelorabschluss
  • staatl. anerk. ErzieherInnen
  • 2 MitarbeiterInnen mit Zusatzqualifikationen Systemische FamilientherapeutIn
  • staatlich anerkannte/r ErzieherInnen mit Zusatzqualifikation (Heilpädagogik, systemische Beraterin)
  • staatlich anerkannte HeimerzieherIn (heilpädagogische Zusatzqualifikation)
  • 1 MitarbeiterIn in Zusatzqualifikation Motopädagogik

14 Plätze (incl. 2 Plätze für Verselbständigung), Mädchen und Jungen von 12 - 18 Jahre (bei Bedarf bis 21 Jahre) in 2 autonomen WG´s

Jedes Kind/ jeder Jugendlicher hat ein Einzelzimmer zur Verfügung, um Rückzugsmöglichkeiten sicherzustellen. Konkret liegt folgende Aufteilung vor:
  • Gruppe 1:
    • 8 Einzelzimmer
    • Küche mit geräumigem Gruppenbereich
    • 1 Beratungsraum
    • 1 großes Büro
    • 3 WC
    • 2 Duschen mit WC
    • 1 Bad
  • Gruppe 2:
    • 6 Einzelzimmer
    • 3 Duschen mit WC
    • 1 Büro
    • 1 Beratungsraum
    • Küche mit Wohnbereich
  • Verselbständigungsbereich/ Anliegerwohnraum mit eigenem Zugang:
    • 2 Zimmer
    • Küche
    • Dusche/ WC
    • separater Schlüssel je nach Verselbständigungsgrad und Hilfeplan
    • eigener Briefkasten
  • zusätzlich gruppenübergreifend:
    • großzügig angelegter Garten mit Gewächshaus
    • großer Raum/ Halle, z.B. für:
      • Antiaggressions- und Kreativbereich
      • Erfahrungs- und Handlungsfeld im Rahmen des sozialen Lernens (4.12)
      • Heilpädagogischen Bewegungselementen/ Motopädagogik (4.10)
      • Körperwahrnehmende- und verhaltenspädagogische Angebote (4.13) / auch im systemischen Setting/ Rollenspiele/ Spiegeln und Lebensfluss etc.4.7, 4.8)
      • Projektarbeit/ allgemeine sportliche Aktivitäten (4.11)
    • neben dem üblichen Wohn-, Küchen- und Sanitärbereich stehen somit eine Verselbständigungswohnung, Räume für Therapie-, Spiel- und Beschäftigungsangebote sowie Trainingsmaßnahmen zur Verfügung
    • separater Raum zur Hausaufgabenbetreuung
    • außerhalb der Gruppe sind Spiel- und Sportmöglichkeiten im Freien gegeben. Für die Leitungs- und Fachkräfte sind Diensträume und Sanitärbereiche separat zur Verfügung
2. Individuelle Sonderleistung
Keine, da komplexer Hilfebedarf vielfältige Grundleistungsbestandteile beinhaltet
3. Konzeptioneller Ansatz (Schwerpunkte)
Wir definieren klar ein Alternativkonzept zu stationär- geschlossenen Unterbringungsformen. Der Ansatz folgt dem pädagogischen Leitbild, dass über das Vorhalten umfangreicher struktureller, fachinhaltlicher und personeller Ressourcen ein Wertesystem gegenüber den Kindern und Jugendlichen und deren Familien vermittelt werden kann, was sie motiviert eigene chronisch- destruktive Perspektiven und Lebensentwürfe zu hinterfragen und in der Folge zu verändern. Es erfolgt eine klare Position zur systemischen Arbeit im multiprofessionellen Team mit gleichzeitiger Nutzung aller Netzwerkressourcen in Form von Case- Management.

Wir unterstützen die Fähigkeit zur Eigensteuerung und trainieren diese. Positives Feedback auf angemessenes Verhalten wirkt selbstwert- erhöhend und -stabilisierend und unterstützt eine positive Lebensperspektive.

Dies beinhaltet neben den Betreuungsleistungen einer stationären Wohngruppe im eigentlichen Sinn, über ein hohes Maß an Beziehungsarbeit auch selbstwert fördernde Kompetenzen zu entwickeln bzw. zu fördern, die über verschiedene Lern- und Beschäftigungsmodule angeboten werden.

über die Vermittlung der "Sinnhaftigkeit eigenen Handelns" und dem nachvollziehbaren Ergebnis (Erfolgsbetrachtung) erkennen die Jugendlichen durch geschaffene Positivverstärker (Erkenntniszuwachs) eine (für sie oft neue) Rolle und Wertschätzung ihrer Person.

unser Ziel besteht darin, den Jugendlichen zur eigenen Handlungsfähigkeit in einem gesellschaftlich akzeptierten Rahmen zu verhelfen und somit lang anhaltend die Hypothek oder selbst angenommene Rolle des "Problemjugendlichen" oder "Straftäters" abzubauen.

Die Familie wird immer wertschätzend in den Hilfeverlauf integriert und deren Partizipation gefördert.

Eine Rückkehr in die Familie wird angestrebt. Ist diese Perspektive nicht möglich, werden die Jugendlichen zum Aufbau eines eigenen Lebensfeldes (Verselbstständigung) vorbereitet. Zusammengefasst steht IPW unter folgender Zielstellung:
  • Entlastung der Kinder und Jugendlichen und der Herkunftsfamilie, um neue Entwicklungen und zu ermöglichen und Chancen zu eröffnen
  • Stärkung der personalen und sozial- emotionalen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zur Realisierung eines eigenständigen und sich selbst verwirklichenden Lebensalltages
  • Nachholen von Entwicklungsschritten bzw. -phasen (erlebte Kindheit etc.)
  • Förderung tragfähiger Beziehungen durch Beziehungskontinuität im Alltag von IPW
  • Erreichung einer emotionalen Stabilisierung durch Vermittlung von Vertrauensbildung im Gesamthelfersystem
  • Verbesserung der Lern- und Entwicklungschancen durch personenzentrierte und persönlichkeitsorientierte Bildung und Beschäftigung
  • Integration in soziale Gruppen mit Vermittlung gesellschaftlicher Normakzeptanz
  • Verbesserung der Beziehung mit der Herkunftsfamilie / Ambivalenzen auflösen/ Loyalitäten wertschätzen
  • Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder Verselbstständigung
  • Schutz der Kinder/ Jugendlichen vor Gewalt, sexuellem Missbrauch, Verwahrlosung und Bedrohung
Da davon auszugehen ist, dass ein Großteil der Kinder und Jugendlichen auf Grund vorangegangener Erfahrungen mit mehreren Jugendhilfemaßnahmen eine gewisse "Helfer- und Methodenresistenz" entwickelt haben, wird klar definiert, dass eine Motivation zur Mitwirkung, egal bei welchem methodischen Ansatz, Grundprinzip und Leitlinie der pädagogischen Arbeit darstellt. Die umfangreichen Leistungsbestandteile erfordern dahingehend folgende Parameter, um eine Beziehungskontinuität mit der dafür notwendigen Struktur zu untersetzen:
  • Die pädagogischen Inhalte zielen darauf ab, Kindern und Jugendlichen gesellschaftlich- normierte "Grundtugenden" zu vermitteln, auch wenn dies bedeutet "andere Normalitätsmodelle" zu eröffnen, als sie aus ihrer Herkunftsfamilie oder ihrem delinquenten Umfeld (Clique etc.) gewohnt waren.
  • Die Wohngruppe sind darauf ausgelegt, Kinder und Jugendliche dahingehend zu fördern bzw. zu konditionieren gesellschaftliche Regeln, Normen und Werte über Vermittlung derer zu erlernen und im Alltag leben und erleben zu können.
  • Entlastung der Kinder und Jugendlichen und der Herkunftsfamilie, um neue Entwicklungen und zu ermöglichen und Chancen zu eröffnen
  • Stärkung der personalen und sozial- emotionalen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zur Realisierung eines eigenständigen und sich selbst verwirklichenden Lebensalltages
  • Nachholen von Entwicklungsschritten bzw. -phasen (erlebte Kindheit etc.)
  • Förderung tragfähiger Beziehungen durch Beziehungskontinuität im Alltag von IPW
  • Erreichung einer emotionalen Stabilisierung durch Vermittlung von Vertrauensbildung im Gesamthelfersystem
  • Verbesserung der Lern- und Entwicklungschancen durch personenzentrierte und persönlichkeitsorientierte Bildung und Beschäftigung
  • Integration in soziale Gruppen mit Vermittlung gesellschaftlicher Normakzeptanz
  • Verbesserung der Beziehung mit der Herkunftsfamilie / Ambivalenzen auflösen/ Loyalitäten wertschätzen
  • Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder Verselbstständigung
  • Schutz der Kinder/ Jugendlichen vor Gewalt, sexuellem Missbrauch, Verwahrlosung und Bedrohung
4. Maßnahmen der Qualitätssicherung
  • klare Konzeptstruktur der WG
  • Bereitstellung und Führung des WG-Budgets durch innerbetriebliche Regelungen für den Umgang mit Finanzen
  • die Beschäftigung von Fachkräften und deren Kontinuität
  • die Lage und Ausstattung der WG
  • die vorhandenen Räume
  • das zur Verfügung stehende angrenzende Außengelände mit Spiel- und Sportanlagen
  • Dokumentation des Hilfeprozesses/ Führung von Betreuungsakten
Die genannten Schlüsselprozesse und Qualitätsmerkmale werden durch entsprechende Maßnahmen und Instrumente gewährleistet:
  1. regelmäßige Dienstberatungen (wöchentlich)
  2. Teamleiterberatungen (monatlich)
  3. regelmäßige kollegiale Beratungen/ externes Fallcoaching (nicht entgeltfinanziert)
  4. kollegiale Beratung und Reflexion/ vierzehntägig oder zu aktuellen Anlässen / Krisenintervention
Supervisionsformen:
  • Fallsupervision entsprechend nach Anlass/ Krise/ Perspektivänderung / -klärung und Bedarf nach erweiterter Sichtweise durch externe Supervision, mindestens 2h/ Fall/ Jahr
  • wesentliche Fallkonstellationen werden bei Bedarf in soziodynamischen Abgleich gebracht (Soziogrammarbeit, Abgleich Beziehungs-/ und Erwartungshaltungen)

Die pädagogische Leitung vor Ort (Leipzig) hat die Gesamtverantwortung für die Sicherstellung der Leistungs- und Qualitätsentwicklung/ -sicherung entsprechend der Vereinbarung § 78 a-g KJHG und sichert u.a. durch Anleitung der MitarbeiterInnen, Praxisberatung und Teambesprechungen zu.


Fallannahme/ Detailplanung zur konkreten Umsetzung des Hilfeplans
  • die Klärung Ursachenproblemlagen/ Problemanalyse aus ganzheitl.- syst. Sicht im Abgleich "Symptomträger" sowie sich daraus schlussfolgernden Beauftragungskriterien
  • eine Transparenz gegenüber dem ASD bezüglich des zu leistenden Settings
  • die Bennennung von Grenzen innerhalb der Grundleistungen, ggf. die Bennennung bzw. Unterbreitung von einzelfallorientierten zusätzlichen Angeboten (z.B. Zusatzstunden zum Kostensatz der Maßnahme, erhöhte Intensitäten Eltern-/ Familienarbeit etc.)
  • wenn vom ASD als erforderlich benannt, die gemeinsame Vorbereitung von Hilfeplangesprächen/ Abgleich von Erwartungshaltungen etc. oder
  • die Vereinbarungen zur Untersetzung übergeordneter Hilfeplanziele in entsprechende Teil- /unterziele mit Messkriterien (Indikatoren) zur Überprüfung des Hilfeerfolges.

Information bei sich verändernder Fallsituation

Bei sich verändernden Fallsituationen verpflichten sich die Mitarbeiter der Wohngruppe unverzüglich entsprechende Informationen an die fallzuständige ASD- MitarbeiterIn weiterzuleiten, um in der Folge entsprechende Maßnahmen (Kriseninterventionsmethoden, veränderte Hilfeplanziele, Art und umfang der Betreuungsleistung etc.) abzusprechen bzw. zu koordinieren.

Schutz des Kindeswohls

In der Zusammenarbeit mit der Familie und dem Allgemeinen Sozialdienst/ der Jugendgerichtshilfe werden zur Sicherung des Kindeswohls neben dem Hilfeplan insbesondere auch die in der Stadt Leipzig bestehenden Anforderungen zum Schutz des Kindeswohls (Teilfachplan Hilfen zur Erziehung, DA "Schutz- und Kontrollkonzept zur Vermeidung von Kindeswohlgefährdung", trägerinterne Regelungen zum Umgang mit § 8a SGB VIII) durch den Leistungserbringer umgesetzt. Dies beinhaltet u.a. eine Garantenstellung über Handlungspflichten der sofortigen Informationsvermittlung bei sich abzeichnender oder erfolgter Kindeswohlgefährdung an den ASD im Rahmen der Leistungserbringung lt. Hilfeplan.

HP- Verfahren/ Zieloperationalisierung:
  • Absicherung praxisorientierter Arbeitskonzepte (inh. von 6 Wo. gemeinsam mit Kind/ Jugendlichen, Familie)
  • ergebnisorientierte Auftragserfassung
  • Teilzielformulierung mit Risikoanalyse (auf Anforderung ASD)
  • Methodenvermittlung/ -abgleich (auf Anfrage ASD)
  • Indikatorenabgleich/- evaluation
Dokumentation:
  • Leistungsdokumentation im Einzelfall (lt. Raster) monatlich
  • Hilfeplanbericht im Rahmen der Grundleistung
  • Sachstandsberichte (Ausgangslage, momentaner Stand, Zielüberprüfung, Stand Ressourcenabgleich soziale Netzwerke, Verhaltensbeschreibung in der Gruppe innerhalb der Elternarbeit/ auch Beschreibung/ Förderung innerfam. Ressourcen/ Elternmitwirkung, Schule, Bildungsträger etc, Perspektiven etc.) im Rahmen der Grundleistung
  • sofortige Dokumentation bei sich verändernder Fallsituation/ angezeigter Krisenintervention etc.
  • jährliche bedarfsorientierte Überarbeitung des Leistungsangebotes/ Leistungsbeschreibung sowie
  • ein jährlicher Qualitätsbericht am Ende des Verhandlungszeitraumes

Umsetzung der Hilfeplanziele (Führung eines selbstbestimmten Lebens, Erhalt des sozialen Umfeldes, Aufspüren und Entwickeln der Ressourcen des Adressaten usw.)

Dazu gehört ebenso die Überprüfung, ob in Veränderung zur Ausgangslage positive Lebensbedingungen für die Kinder/Jugendlichen/Familien erreicht werden konnten.

Die Auslastung der Einrichtung und die Dauer der Hilfen bilden weitere Kriterien für die Beurteilung der Ergebnisqualität.

Evaluation/ Ergebnisbetrachtung:
  • Qualitätssicherung durch Wirksamkeitsoperationalisierung anhand von Schlüsselsituationen
  • Klientenbefragung anhand von wissenschaftlich entwickelten Fragebögen
  • Klientenbezogene Zielvereinbarungsbögen
  • Arbeitshilfen Risikomanagement für die Familien
  • themenspezifische externe Evaluationen über DJI, Fachhochschulen etc. bei Bedarf
5. Sonstiges
Erreichbarkeit: Buslinie 72, Straßenbahnlinien 7 und 3 (10 mi. Fußweg

In der Nähe befinden sich folgende Freizeiteinrichtungen, Parks, Spiel- und Sportplätze:
  • Fußballplatz Lok Engelsdorf
  • Öko- Bauernhof Mölkau
  • Mölkauer Wäldchen