Verbund Kommunaler
Kinder- und Jugendhilfe
Eigenbetrieb der Stadt Leipzig
     

HEILPÄDAGOGISCH ORIENTIERTE ANGEBOTE
1. Bezeichnung der Leistung
Heilpädagogische bzw. heilpädagogisch orientierte Leistungen gehören zum GRUNDLEISTUNGSANGEBOT des VKKJ und werden fortlaufend in den einzelnen Wohngemeinschaften einzelfallorientiert erbracht. Die Erzieher der WG` s bilden sich v.a. in diesem Bereich fort.
2. Leistungsparagraphen
Das Angebot heilpädagogischer Leistungen bezieht seine Berechtigung aus dem § 35a SGB VIII
3. Leistungsinhalte
Kinder und Jugendliche (Mädchen und Jungen) von 0- 27 Jahren mit Problembereichen wie:
  • Schule (u.a. Lernbeeinträchtigung/-behinderung, Schulverweigerung,);
  • mit Auffälligkeiten oder Störungen im Tätigkeits- und Leistungsbereich;
  • Auffälligkeiten/Störungen der Sprache, Sinne, Motorik;
  • Missbrauchs- und Misshandlungserlebnissen/ -erfahrungen (psychische und physische Gewalterlebnisse);
  • Verhaltensauffälligkeiten/ -störungen (psychosoziale/psychosomatische Auffälligkeiten, sozial-emotionalen Beeinträchtigungen, Integrationsschwierigkeiten);
  • seelische und/oder geistige Behinderung;

Zur fachlichen Sicherung: Die MitarbeiterInnen der unterschiedlichen Wohngemeinschaften mit heilpädagogischer (Zusatz-) Qualifikation beraten bei Bedarf (Methode: kollegiale Beratung) die WG über elementar notwendiges heilpädagogisches Grundwissen. Des weiteren besteht die Möglichkeit für die WG-Teams fachspezifische Beratung und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Es wird eine Kompensation, Minderung und/oder Abbau von Beeinträchtigungen, Störungen und/oder Behinderungen durch zielgerichtete heilpädagogisch - orientierte Förderung und Angebote in den Alltagsabläufen (entweder einzelfallspezifische Förderung, Förderung einer kleineren Gruppe oder gemeinschaftliches Angebot) in den Bereichen: Wahrnehmung/Kognition- Sprache - Motorik/ Bewegung - Willensqualitäten - soziale Kompetenzen angestrebt. Als Arbeitsansatz in den jeweiligen Wohngemeinschaften gilt der Integrative Ansatz.
Es erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den möglichen Therapeuten und die Umsetzung ihrer Empfehlungen, z.B. durch Spiel und Rhythmik oder die Inanspruchnahme von anderen, externen Einrichtungen.
4. Leistungsumfang
Einige wesentliche rehabilitationspädagogische/ heilpädagogische Prinzipien, welche sich von den allgemeinen pädagogischen Grundlagen z.T. durch die besondere Akzentuierung unterscheiden, die angesichts vorliegender Auffälligkeiten oder Beeinträchtigungen im Einzelfall erforderlich werden, werden in den heilpädagogischen Angeboten berücksichtigt. Dies sind u.a.:
  • Aktivierung (Aktivierung des Beeinträchtigten zum handelnden Subjekt);
  • Korrektion (Weitmögliche Minderung, Besserung oder Behebung der vorliegenden Beeinträchtigung);
  • Kompensation (Vorhandene Funktionsreserven sind so weit als möglich zu nutzen, weiterzuentwickeln bzw. auszugleichen);
  • Substitution (Vorhandene Funktionsreste sind soweit als möglich zu stützen, zu nutzen, zu entwickeln);
  • Kommunikation (Herstellung eines tragfähigen Bezugsverhältnisses mit allen Beteiligten);
  • Normenorientiertheit (Ausrichtung der heilpäd. Zielstellungen an Regelzielstellungen/-normen);
  • Integration (Räumliche, gesellschaftliche, soziale Integration - sozialisierende, erziehende Wirkung im alltäglichen Miteinander/soziale Integration durch Normalisation und nicht durch Stigmatisierung/ Separation)
Die Förderung geschieht in den folgenden Bereichen:
  • Entwicklungsorientierte Lernbereiche (betreffend Wahrnehmung, Denken, Kognition, Sprache, Motorik, Bewegung, Sozialverhalten etc.)
  • Handlungsorientierte bzw. Fachorientierte Lernbereiche (Spiele, Spielfähigkeit, Musik, Rhythmik)
Die Fördermaßnahmen in den genannten 2 Bereichen beeinflussen sich wechselseitig.
So sind spezifische heilpädagogische Angebote in den Alltagsabläufen der WG, die entsprechend des Bedarfs ausgewählt und praktiziert werden. Dies sind beispielsweise:
  • Klar strukturierter Tagesrhythmus, Wochen- und Jahresrhythmus;
  • Wahrnehmungstraining/Sensibilisierungsübungen (Sinne, Körperschema);
  • Entspannungsübungen;
  • Konzentrationsübungen;
  • Sprachförderung (Bei Bedarf Kooperation mit Logopäden);
  • Musisch - rhythmische Angebote (Singen, Tanz);
  • Spielangebote u.a.m.;
  • Gestalten und Basteln;