Verbund Kommunaler
Kinder- und Jugendhilfe
Eigenbetrieb der Stadt Leipzig
     

ELTERN- UND FAMILIENARBEIT
1. Bezeichnung der Leistung
Die „Eltern- und Familienarbeit“ ist eine GRUNDLEISTUNG des VKKJ Die Gestaltung der Elternarbeit erfolgt nach dem systemischen Denk-, Erklärungs- und Arbeitsansatz.
2. Leistungsparagraphen
Das Angebot stützt sich auf die §§ 27, 28, 31 – 35 SGB VIII. Ambulante Angebote werden nach den § 30, §§ 30/41, § 35 und § 41 SGB VIII erbracht.
3. Leistungsinhalte
Die sorgeberechtigten Personen (z.B. Eltern), Vormund und Angehörige im Umfeld des Kindes oder Jugendlichen, welcher sich in der Obhut des VKKJ befindet. Die Kinder und Jugendlichen weisen Probleme wie Vernachlässigung oder drohende Verwahrlosung und Mangel- bzw. Unterversorgung durch die Familie, Verhaltensauffälligkeiten/-störungen (psychosoziale/psychosomatische Auffälligkeiten, sozial-emotionalen Beeinträchtigungen, Integrationsschwierigkeiten) und/ oder seelische und/oder geistige Behinderung auf.

Die Elter- und Familienarbeit wir nach systemischer Denkweise gestaltet. Die systemische Sichtweise bedeutet für die Mitarbeiterinnen, die Fähigkeiten, Ressourcen der Familie aufzudecken, sie zu entwickeln und zu fördern. Dies impliziert die Annahme der Familie, ihrer Lebenssituation, Stärkung von Handlungssicherheit, Beratung in Erziehungs- und Lebensfragen, Stärkung der Erziehungsfähigkeit und Vermeidung von Konkurrenz; so werden Informationen aus Beobachtungssituationen gewonnen und verpflichtende Absprachen mit den Eltern vorgenommen. Diese Absprachen beziehen sich auf den schulischen, lebenspraktischen, hygienischen und Freizeitbereich, aber auch auf amtliche Aspekte wie den Hilfeplan. Die Eltern sollen in den Erziehern keine über ihnen stehende Person erkennen, sondern einen Helfer, der sie und ihre Ansichten respektiert!
Im Mittelpunkt der Bemühungen in der Zusammenarbeit mit den Eltern/Familien steht die Erreichung der Reintegration des Kindes/Jugendlichen in die Herkunftsfamilie oder wenn nicht möglich, die Entwicklung einer alternativen Perspektive für das Kind/Jugendlichen (Pflegefamilie, Erziehungsstelle, Führung in die Selbständigkeit – eigener Wohnraum).
Ziele werden einzelfallbezogen formuliert. Sie beziehen sich auf folgende Punkte:
  • Wiederherstellung oder Festigung der emotionalen und sozialen Beziehungen/Bindungen
  • Entwicklung und Förderung des gegenseitigen Verständnisses für die Situation des Anderen
  • Auf bestehende Spannungen und Konflikte zwischen den Kindern/Jugendlichen und ihren Eltern deeskalierend einwirken, sie zu mindern oder abzubauen
  • Vermittler- und Beraterrolle der Erzieher bei der Gestaltung der Beziehung zwischen Eltern und ihrem Kind, gemeinsame Suche nach Kompromissen, für alle Beteiligte akzeptable und realisierbare Lösungswege
  • Gemeinsame Suche nach Ressourcen und Potentialen in der Herkunftsfamilie und dem sozialen Umfeld des Kindes/Jugendlichen
  • Stärkung und Förderung der Erziehungsfähigkeit der Eltern, der Handlungskompetenz sowie eine Stärkung der Eltern in ihrer Verantwortung für ihr Kind/Jugendlichen
Die Eltern und Angehörigen werden so weit wie möglich in den WG- Alltag einbezogen; beispielsweise zu Geburtstagsfeiern und ähnlichen Feierlichkeiten, regelmäßiger telefonischer und persönlicher Kontakt zu den Eltern. Ziele und Absichten werden nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des Hilfeplans gemeinsam formuliert und realisiert.
4. Leistungsumfang
Um die obengenannten Ziele zu erreichen, werden wie erwähnt die Eltern in das WG- Leben einbezogen und die Kinder und Jugendlichen werden, wenn möglich beurlaubt. Es folgen dann Gespräch mit den Eltern über den Verlauf der Beurlaubung (Vorbereitung, mögliche Inhalte - Gespräche/Unternehmungen mit dem Kind - Gespräch mit Erzieher in der WG über Erfolge/Schwierigkeiten). Gegenseitige informelle Gespräche zwischen Eltern - Erzieher über Entwicklung ihres Kindes entsprechend individuellen Erfordernissen und Bedarf können erfolgen. Es werden Absprachen getroffen:
  • Zu Fragen des Hilfeplans oder aktuellen Schwerpunkten
  • Information über die Lebenssituation des Kindes/Jugendlichen (Kita, Schule, Lehre, Gesundheitszustand, Wünsche, Vorstellungen, ...)
  • Beratungsgespräche zu verschiedenen Thematiken
  • Hilfe, Unterstützung und Beratung in verschiedenen Lebensfragen
  • Gespräche, Festlegungen, o.a. Vermittlung von Kontakten zu für Kind/Jugendlichen und deren Eltern bedeutsamen Institutionen, Personen etc. die zur Problembewältigung nötig sind (z.B. Schuldnerberatung)
  • Systemische Beratung
  • Wenn im Einzelfall angezeigt und notwendig, praktizieren die Mitarbeiterinnen der WG schnelle Krisenintervention und aufsuchende Eltern- /Familienarbeit